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Schmetterlinge in Gärten
Artenvielfalt durch heimische Pflanzen


(umg.info 2010_01) Seit langem ist bekannt, dass auf heimischen Gar­ten­pflanzen mehr Insekten leben als auf exotischen. Dies be­stätigt auch eine Untersuchung aus den USA, die dort heimische mit ein­ge­führte Pflanzen hinsichtlich ihrer Bedeutung als Nahrungsquelle für Schmetterlingsraupen verglich: In den mittelatlantischen Staaten der USA leben auf den heimischen Gehölzen 15mal mehr Schmet­ter­lings­arten als auf exotischen!
Weltweit werden in Gärten und auf öffentlichen Grünflächen exotische Pflanzen, insbesondere Ziergehölze, gepflanzt. Für Schmetterlinge sind Ziergehölze allerdings meist von geringer Bedeutung – nur selten wer­den nicht heimische Arten erfolgreich als Nahrungspflanzen ge­nutzt. Viele Schmetterlinge sind auf eine oder wenige Pflan­zen­arten spe­ziali­siert, an die sie sich perfekt angepasst haben und mit deren Ab­wehr­eaktionen auf Insektenfraß sie umgehen können. Als Zierpflanzen werden zudem oft Arten verwendet, die für Insekten wenig attraktiv sind, um Problemen durch Insektenfraß vorzubeugen.
Da pflanzenfressende Insekten wie Schmetterlingsraupen wichtig im Nahrungsnetz sind, ist ihr Vorkommen auch für zahlreiche insekten­fressen­de Tierarten, zB Vögel, von großer Bedeutung. Die Pflanzung heimischer Gehölze ist daher ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt im Siedlungsraum. Gärtner und Landschaftsarchitekten sind daher aufgefordert, bei der Pflanzenauswahl nicht nur ästheti­sche, sondern auch ökologische Kriterien zu berücksichtigen.


Tallamy, D. W., & K. J. Shropshire (2009): Ranking Lepidopteran Use of Native Versus Introduced Plants. Conservation Biology 23 (4): 941-947


Keywords: Garten, Grünfläche, heimische Pflanzen, Schmetterlinge, Artenvielfalt, Biodiversität
 

 


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