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Neue Pflanzenarten und Herbivore in Nordamerika
Fördern exotische Pflanzenfresser die Ausbreitung?


(umg.info 2007_03) Lange galt, dass invasive Pflanzen, sogenannte Neophyten, in ihrer neuen Heimat erfolgreich sind, weil sie keine natür­lichen Feinde haben. Amerikanische Wissenschaftler glauben nun, dass eher das Gegenteil zutrifft: Exotische Pflanzen werden durch die An­wes­en­heit ebenfalls exotischer Pflanzenfresser gefördert.
Die Analyse von über 60 Studien, die sich mit Einfluss von herbivoren Tieren – also von Pflanzenfressern – auf Neophyten beschäftigen, hat gezeigt, dass die Vielfalt nicht heimischer Pflanzen um ein Drittel höher ist, wenn auch fremde Pflanzenfresser vorkommen.
Exotische Pflanzen und exotische Pflanzenfresser haben meist die­selbe Heimat - der Feind ist nicht neu, die Pflanze hat sich im Lauf der Evolution angepasst und kann mit dem Fraßdruck umgehen. Damit läßt sich auch erklären, warum so viele Pflanzen aus der Alten Welt in der Neuen Welt erfolgreich sind. Mit den europäischen Sied­lern konnten sich in Nordamerika zahlreiche Weidetiere ausbreiten, die teilweise die hier ursprünglich heimischen Pflanzenfresser wie den Bison voll­kommen ersetzt und dadurch den Weg für invasive Pflan­zen­arten aus Europa geebnet haben.


J. D. Parker, D. E. Burkepile, M. E. Hay (2006): Opposing Effects of Native and Exotic Herbivores on Plant Invasions. Science 311 (5766): 1459-1461


Keywords: nicht heimische Pflanzen, Neopyhten, Pflanzenfresser, Koevolution, biologische Invasion
 

 


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