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Riffe sind weltweit gefährdet
Krankheiten bedrohen Korallen


(umg.info 2006_08) Korallenriffe sind weltweit bedroht. In den ver­gang­enen zehn Jahren haben Epidemien stark zugenommen. Heute schädigen Krankheitserreger Korallenriffe in einem verheerendem Ausmaß.
Durch den Menschen verursachte Schäden an Korallenriffen sind seit den 1970er Jahre bekannt. Verstärkte Sedimentation, Gewässer­ver­schmutzung und Eutrophierung führen zu chronischem Stress und verringern die Widerstandskraft gegenüber Mikroorganismen. Die erste Korallenkrankheit, die sogenannte Black Band Disease, wurde 1973 beschrieben. Bei dieser Erkrankung bildet sich ein lila bis schwarz ge­färbtes Band aus weichem, schleimigem Material, dass sich mit etwa 1 cm pro Tag über das lebende Korallengewebe schiebt, dieses zersetzt und nur das nackte, weiße Korallenskelett zurückläßt.
Heute sind mehr als 150 Arten von Stein-, Horn- und Hydrokorallen weltweit von 18 verschieden Krankheiten betroffen. Die Krank­heits­erreger sind in den meisten Fällen völlig unbekannt, Therapien gibt es deshalb nicht. Fest steht nur, dass Korallenkrankheiten synergistisch mit durch den Menschen verursachten Belastungen und Folgen des globalen Klimawandels wirken. Weltweit gilt heute etwa ein Viertel der Korallenriffe als zerstört, weiteren 16 % droht die unmittelbare Zer­störung.


Combosch, D. & H. Schumacher (2005): Biotische Korallenkranheiten. Pathogene häufig unbekannt, Folgen verheerend, Therapien gesucht. Biologie in unserer Zeit 35 (2): 178-185
World Conservation Monitoring Centre - Global Coral Disease Database: http://co raldisease.org


Keywords: Korallenriffe, Korallensterben, Korallenkrankheit
 

 


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