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Apostel Lukas genetisch analysiert
Evangelist höchstwahrscheinlich Syrer und kein ver­tauschter Grieche


(umg.info 2001_28) Ein internationales Biologenteam hat mittels DNA-Analyse die vermutliche Leiche des Apostel Lukas untersucht. Dem­nach ist das Skelett in der Basilica St. Justina in Padua mit hoher Wahr­scheinlichkeit der Evangelist und nicht wie vermutet wurde, ein vertauschter Leichnam aus Griechenland. Den genetischen Analysen zufolge stammt der Tote aus Syrien, wo Lukas laut historischen Quellen rund 65 nach Christus geboren wurde.
 
Für die DNA-Analyse entnahmen die Forscher der Universitäten von Florenz, Ferrara, Genf, Rom, Padua und Kalabrien dem Leichnam zwei Zähne. Um die Frage zu beantworten, woher der Körper stammt, ver­glichen die Wissenschaftler unter der Leitung von Guido Barbujani die Erbinformationen in den Mitochondrien zeitgleich lebender Griechen, Syrer und Byzantiner. Eine 100-prozentige Garantie gebe es allerdings nicht, dass der Leichnam nicht by­zan­ti­ni­scher Herkunft ist.
Der Verfasser des Lukas-Evangeliums wurde in Syrien geboren und nach seinem Tod im Jahr 150 nach Christus 84-jährig in Griechenland begraben. Rund 300 nach Christus kam es zur Überführung der Leiche nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Die endgültige Grabstätte war allerdings vor rund 1.000 Jahren Padua. Wissenschaftler vermu­teten lange Zeit, dass die Leiche nach dem Tod in Griechenland durch einen Einheimischen ersetzt wurde (pte).


Vernesi, C., Di Benedetto, G., Caramelli, D., Secchieri, E., Simoni,L., Katti, E., Malaspina, P., Novelletto, A., Wiel Marin, V. T. & Barbujani, G. (2001): Genetic characterization of the body attributed to the evangelist Luke. PNAS 98 (23): 13460-13463, http://www.pnas.org/content/98/23/13460.long


Keywords: Apostel Lukas, Evangelist, Bibel, DNA-Analyse, Genetik, Herkunft
 

 


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