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Asien verbreitet schlechte Luft über Indischem Ozean
Verbrennung von Biomasse schmälert Selbstreinigungs­kraft der Atmosphäre


(umg.info 2001_14) Das Indian Ocean Experiment (INDOEX), eine internationale Messkampagne hat belegt, dass die ausgedehnte und unerwartete Luftverschmutzung über dem Indischen Ozean von Schad­stoffen aus Süd- und Südostasien stammt. Die zunehmende Schadstoffbelastung verursacht eine umfassende Verschlechterung der Luftqualität, verbunden mit lokalen, regionalen und globalen Auswirkungen.
So ist in naher Zukunft zu erwarten, dass der vermehrte Einsatz fossiler Brennstoffe bei den Schadstoff-Emissionen wahrscheinlich zu einer Entwicklung führen wird, wie sie in den 70er Jahren in Europa und Nordamerika zu beobachten war, so eine Aussendung des Max- Planck-Instituts für Chemie in Mainz. Angesichts der hohen Bevölker­ungszahl könne die Schadstoffbelastung in Asien aber viel bed­roh­licher werden.
 
Die Messungen zeigten, dass während des Wintermonsuns, der trock­enen Periode, die Emissionen aus Süd- und Südostasien die Luft über eine Fläche von mehr als zehn Mio. Quadratkilometern erheblich be­lasteten. Die Dunstschicht erstreckte sich bis in drei Kilometer Höhe und war durch Ruß besonders dunkel. Zudem enthielt diese auch Sulfate, Nitrate, organische Teilchen, Flugasche und mineralischen Staub. Ruß-Aerosol ist auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen. Der Gesamtanteil der durch den Mensch verursachten Aerosole über dem Indischen Ozean wird auf 85 Prozent geschätzt.
Die gesamte Kohlenmonoxid (CO)-Emission ist schätzungsweise 50 Prozent höher als die entsprechende Menge in Europa und Nord­ameri­ka zusammengenommen. Dies liegt, so die Wissenschaftler, an der weit­verbreiteten Verbrennung von Biomasse. Schätzungen zufolge be­trägt der CO-Anteil aus der Verbrennung von Biomasse 60 bis 90 Pro­zent. Schadstoffe verringern auch Hydroxylradikale (OH). Diese haben ein starkes Oxidationspotenzial und gelten ge­wiss­er­maßen als "Reinig­ungsmittel" für die Atmosphäre. Verringert sich die Selbst­reinigungs­kraft der Atmosphäre in Asien, könnte dies die Lebensdauer von Methan, einem Treibhausgas, verlängern (pte).


Lelieveld, J., Crutzen, P. J., Ramanathan, V., Andreae, M. O., Brenninkmeijer, C. A. M., Campos, T., Cass, G. R., Dickerson, R. R., Fischer, H., de Gouw, J. A., Hansel, A., Jefferson, A., Kley, D., de Laat, A. T. J., Lal, S., Lawrence, M. G., Lobert, J. M., Mayol-Bracero, O., Mitra, A. P., Novakov, T., Oltmans, S. J., Prather, K. A., Reiner, T.,Rodhe, H., Scheeren, H. A., Sikka, D. & Williams, J. (2001): The Indian Ocean Experiment: Widespread Air Pollution from South and Southeast Asia. Science 291 (5506): 1031-1036


Keywords: Luftverschmutzung, Luftschadstoffe, Emissionen, Aerosole, Smog, Luft­qualität, Asien, Indischer Ozean, fossile Brennstoffe
 

 


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